31.08.2013 bis 11.09.2013

Wir erreichten Ulaanbaatar, die mongolische Hauptstadt, am Freitag Nachmittag. Der Verkehr war nach den beinahe einsamen vergangenen Wochen ein überwältigendes Chaos. Zum Glück fanden wir das Guesthouse auf Anhieb, Koordinaten und GPS sei Dank!

Die ersten Tage gönnten wir uns ein wenig Erholung, machten einen Ausflug zur Dschingis Khan Reiterstatue 50 Kilometer ausserhalb von Ulaanbaatar und besichtigten die Stadt. UB, wie sie von den meisten einfachheitshalber genannt wird, ist nicht unbedingt eine schöne Stadt, aber spannend ist sie allemal. Wie das ganze Land befindet sich auch die Kapitole im Umbruch, moderne Hochhäuser werden zwischen die bestehenden, teilweise maroden Gebäude gepflanzt, Luxusgüter sind ebenso erhältlich wie billiger chinesischer Tand, und es gibt noch ein paar gut erhaltene buddhistische Tempel. Und in den Nischen zwischen den Baustellen und Hochhäusern stehen bewohnte Jurten. Wir besuchten das Nationalmuseum, wo wir einen Überblick über die Geschichte erhielten, wundervolle Nationalkostüme bestaunten und eine voll ausgestattete Jurte besichtigen konnten.

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Wir begannen auch den Transport der Motorräder nach Kanada zu organisieren und bestellten die Transportkisten. Praktischerweise gab es im Guesthouse einen Schreiner, der diese  auf Mass herstellen konnte.

Das Guesthouse ist bei Travellern weltweit bekannt, und so lernten wir auch viele neue Gleichgesinnte kennen. Nach einigen Tagen zogen Nadja und Pascal aus der Schweiz bei uns in der Jurte ein. Die beiden sind mit ihren Fahrrädern während zwei Jahren in der Welt unterwegs. Die gemeinsamen Abende bei Wein, Spielen und Gesprächen waren sehr gemütlich. Da sie ebenfalls nach Südamerika reisen werden, werden wir sie vielleicht in Patagonien wieder treffen.

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Ab Mittwoch hiess es dann Motorräder reinigen. Gemäss unseren Informationen mussten die Fahrzeuge für die Einreise nach Kanada blitzsauber sein. Wir putzten und scheuerten was das Zeug hält. Zweieinhalb Tage waren wir mit Zahnbürste, Schwamm und Putzmittel am Werk. Das Ergebnis war aber dennoch ziemlich ernüchternd, denn Schmutz und Staub  von vier Monaten Reise hatten sich in allen Ritzen und Ecken festgesetzt. Irgendwann liessen wir es dann gut sein und verluden die Motorräder in die Transportkisten. In letzter Minute, gerade als die Mitarbeiter der Logistik-Firma eintrafen, nagelten wir die Kisten zu und beschrifteten sie mit Namen, Telefonnummer und Zielort.

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Dann ging es ans Einladen der Motorräder. Wir hätten erwartet, dass die Transportfirma dafür einen Lastenheber oder etwas ähnliches mitbringen wird. Stattdessen kamen fünf Mitarbeiter und hievten die je 340 Kilogramm schweren Kisten von Hand in den Lastwagen. Dazu wurde die Vorderseite der Kiste angehoben, der Lastwagen zurückgesetzt und die Kiste aufgelegt. Dann wurde die hintere Seite ebenfalls angehoben und die Boxe mit wenig Feingefühl hineingehievt. Uns war vor lauter Nervosität beinahe übel, und wir hofften dass alles ausreichend befestigt war. Schliesslich fuhr der Lastwagen los und wir blieben mit einem ziemlich flauen Gefühl zurück. Es war schon komisch, die Motorräder einfach in fremde Hände zu übergeben. Dank einer Tracking-Nummer konnten wir aber in den nächsten Tagen den Weg der Töffs mitverfolgen. Wir waren froh, als wir am Dienstag die Mitteilung erhielten, dass die Motorräder in Vancouver angekommen seien.

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Am letzten Abend in Ulaanbaatar besuchten wir mit Nadja und Pascal eine folkloristische Vorstellung wo traditionelle Tänze, Musik und Gesang vorgetragen wurden. Vom ersten Moment an wurden wir von den einzigartigen und faszinierenden Klängen in Bann gezogen. Der Obertongesang, eine traditionelle mongolische Gesangstechnik beeindruckte uns am meisten. Was die Sänger und Sängerinnen dabei für Töne zu Tage brachten, können wir nicht in Worte fassen. Daher haben wir auf Youtube eine Kostprobe gesucht, um Euch einen Eindruck davon zu vermitteln:

Für alle, die mehr sehen wollen und ein bisschen Zeit haben, hier ein Video der ganzen Vorstellung die wir besucht haben:

Die Aufführung versetzte uns in die Weite der mongolischen Steppe zurück, rief nochmals die Bilder, Gerüche und Gefühle hervor, welche wir während unserer Fahrt durch dieses unbeschreibliche Land erlebt haben, und die Wehmut hier abzureisen verdrängte zeitweilig die Vorfreude auf Kanada.

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Unser Flug ging am 11. September von Ulaanbaatar nach Peking, wo wir nach einem 15-stündigen Aufenthalt im Flughafen endlich in den Flieger nach Vancouver steigen konnten.

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Die Vorfreude auf Nordamerika war wieder gross, vor allem weil uns am Flughafen jemand erwartete…

Wie es uns in Kanada ergangen ist, könnt Ihr in unserem nächsten Bericht lesen.

Ulaanbaatar – unsere Eindrücke in Kurzform:

  • 100 gefahrene Kilometer in 10 Tagen (unser Reiserekord)
  • UB, ein unbeschreibliches Erlebnis
  • Ein gebrauchtes Motorrad wird nie mehr sauber…
  • Баяртай Монгол улс (Bayartay Mongol Uls) – Tschüss Mongolei!

 

Mongolei – Teil 3: Ulaanbaatar und Abreise nach…
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3 Gedanken zu „Mongolei – Teil 3: Ulaanbaatar und Abreise nach…

  • Hoi Zäme!
    Wieder ein interessanter Bericht von Euch!
    Ich freue mich bereits heute auf Euren nächsten Bericht.
    Für 2014 wünsche ich Euch weiterhin gute Fahrt.
    Gruss Albert

  • Hallo Ihr Beide

    Eine sehr schöne Seite habt ihr da … wir lieben diese Geschichten und planen in die gleiche Richtung.
    Was für uns sehr interessant wäre, ist der Ablauf und die Kosten des Motorradtransports von UB nach Nordamerica.
    Danke und weiterhin viel Spass in SA …. Grüsse an die Villa
    TuA

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