11.05.2014 bis 20.05.2014

Beim Aufstehen und Vorbereiten machte sich bei uns eine gewisse Anspannung bemerkbar. Wir hatten die nächsten Tage die Fahrt durch El Salvador und Honduras  vor uns, Länder, die wir so schnell wie möglich durchfahren wollten. Einerseits drängte die Zeit langsam, da wir Mitte Juni einen Segeltörn von Panama nach Kolumbien gebucht hatten. Und andererseits ermunterten uns die Meldungen über die Sicherheitslage und die hohen Kriminalitätsraten nicht zu grossen Erkundungstouren. Wir hatten uns zur Sicherheit mit Simone und Michi und ihrem Landrover Fritz (www.off-we-go.ch) zum Konvoi zusammengeschlossen.

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Obwohl wir bereits früh an der Grenze zu El Salvador angekommen waren, war schon ziemlich viel los. Simone und Michi hatten die Grenzformalitäten schon hinter sich, als die Reihe endlich an uns war. Mittlerweile war die Uhr schon zur Mittagsstunde vorgerückt, und der Grenzbeamte verabschiedete sich klammheimlich in die eineinhalbstündige Mittagspause. Als dann gegen zwei Uhr endlich auch die Formalitäten für unsere beiden Motorräder erledigt und wir zur Abfahrt bereit waren, begann es zu regnen. Bis anhin hatten wir keine Vorstellung, wie heftig ein tropischer Regenguss sein kann. Da wir aber nicht noch mehr Zeit verlieren wollten, fuhren wir dennoch los und waren in Kürze bis auf die Haut durchnässt. Glücklicherweise hörte der Regen nach etwa einer halben Stunde wieder auf. Mit der anhaltenden Hitze konnten unsere Kleider noch während der Fahrt trocknen und wir kamen in den Genuss des kühlenden Verdunstungseffekts. Die tolle Strecke entlang des Pazifiks entschädigte uns für die Wartezeit am Zoll mit zahlreichen Kurven, wunderschönen Ausblicken aufs Meer und wenig Verkehr. Wir erreichten verschwitzt und müde, aber zufrieden den Surfspot „Playa el Zonte“, wo wir uns in einem Hostel für die Nacht einquartierten. Bei Pizza und einem erfrischendem Bier liessen wir den ersten Tag unseres „El Salvador-und-Honduras-Marathons“ ausklingen.

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Zeitig am nächsten Morgen ging es weiter, zuerst wieder der Küste entlang und später ins Landesinnere. Nach einigen Stunden Fahrzeit erreichten wir den wenig einladenden Grenzort „Santa Rosa de Lima“, wo wir ein Hotel mit Klimaanlage und sicheren Parkplätzen vorfanden.

Nach einer erholsamen Nacht lag der grosse Tag vor uns: ein Land und zwei Grenzübertritte hatten wir uns diesmal vorgenommen. Um 06:00 starteten wir unsere Fahrzeuge und waren wenige Minuten später an der Landesgrenze zu Honduras. Noch waren die Temperaturen angenehm und es herrschte wenig Trubel ums Grenzgebäude. Nichtsdestotrotz dauerte es rund drei Stunden, bis alle Formalitäten erledigt waren und wir die 140 Kilometer in Honduras unter die Räder nehmen konnten.

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Von den angeblich siebzehn Polizeikontrollen auf der Strecke nach Nicaragua sahen wir lediglich etwa drei. Wir hatten aber Glück, denn wir wurden kein einziges Mal angehalten und konnten die Strecke an einem Stück durchfahren. Und bald schon, ohne irgendwelche Zwischenfälle lag Honduras hinter uns. Die Einreise nach Nicaragua war wiederum langwierig und die Temperaturen erreichten nochmals Rekordwerte.

Am Abend erreichten wir die Kolonialstadt León, wo wir ein schönes Hotel mit Schwimmbad bezogen. Innert weniger Minuten hatten wir unsere Siebensachen ins Zimmer gebracht und hüpften in den Pool. Zu viert prosteten wir uns im kühlen Nass auf die zwischenfallslose Durchfahrt durch die beiden Länder zu.

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Simone und Michi verabschiedeten sich am nächsten Tag, denn die beiden wollten rasch möglichst nach Costa Rica weiterfahren. Wir gönnten uns drei freie Tage in León und erholten uns bei einer Stadtbesichtigung und beim süssen Nichtstun im hoteleigenen Pool.

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Von Léon aus fuhren wir nach Granada. Die Kolonialstadt liegt direkt am riesigen See „Lago de Nicaragua“ und ist für seine schönen Bauten berühmt. Zwei Tage verbrachten wir in dem verschlafenen Städtchen, bevor wir an die nahegelegene „Laguna de Apoyo“ weiterzogen. Dort hatten wir uns mit Miryam und Guido, zwei weiteren Schweizer Reisebekanntschaften, verabredet. Wir konnten direkt am See campen und genossen einen entspannten Nachmittag und Abend zusammen. Der Kratersee, wunderschön eingebettet zwischen den grünen Bergen, bot uns eine willkommene Abkühlung und einen herrlichen Ausblick.

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Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in Richtung Costa Rica. In Rivas, der letzten grösseren Ortschaft vor der Grenze, verbrachten wir unsere letzte Nacht in Nicaragua.

Seitdem wir Guatemala verlassen haben, stiegen die Temperaturen mit jedem Fahrkilometer weiter und erreichten in Rivas ihren Höhepunkt. Die Vorfreude auf  hoffentlich kühlere Temperaturen in den Bergen Costa Ricas war entsprechend gross.

Für die drei mittelamerikanischen Länder haben wir uns nur wenig Zeit genommen. Daher können wir über die Länder nicht viel berichten. Vielleicht haben wir dieser Region und ihren Bewohnern unrecht getan mit unserer Entscheidung, einfach durchzufahren. Und bestimmt gäbe es einiges zu entdecken und zu erleben. Nebst den Sicherheitsbedenken drängte aber langsam auch die Zeit. Mitte Juni legte in Panama das Segelschiff ab, welches uns nach Kolumbien bringen würde. Was wir bis dahin erlebt haben, werden wir Euch in den nächsten Berichten erzählen.

El Salvador – Honduras – Nicaragua: unsere Eindrücke in Kurzform

  • 1’278 gefahrene Kilometer in 9 Tagen
  • Fahren im Konvoi
  • Tropische Regengüsse, alles andere als Nieselregen
  • Honduras in einem Tag: wie heisst noch mal die Währung und die Hauptstadt?
  • Die Temperaturen steigen und erreichen in Nicaragua (vorerst) ihren Höhepunkt

 

El Salvador – Honduras – Nicaragua
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