01.01.2014 bis 05.02.2014

Mexiko – die Nachrichten berichten meist über negative Ereignisse. Wir wurden, vor allem in den USA, von vielen Leuten vor allen möglichen Gefahren gewarnt. Wir sollen extreme Vorsicht walten lassen, nur auf mautpflichtigen Strassen fahren und nach Möglichkeit auch eine Waffe zur Selbstverteidigung mitnehmen.

Entsprechend nervös und mit einem mulmigen Gefühl passierten wir den Grenzübergang bei Tecate. Die ersten 250 Kilometer bis nach Ensenada absolvierten wir ohne einen einzigen Stopp, denn vor allem der Norden Mexikos gilt aufgrund der Drogenkriminalität als gefährlich.

In Ensenada quartierten wir uns in einem Motel ein und lernten Tracey und David aus den USA kennen. Sie waren mit dem Motorrad für eine Woche auf der Baja California unterwegs und David war bereits einige Male zuvor in Mexiko. Wir erhielten von ihm wertvolle Informationen und somit wurde unsere Nervosität ein wenig gelindert. Zusammen genossen wir abends unsere ersten köstlichen Fisch-Tacos, ein mexikanisches Bier und natürlich einen Margarita.

Wir fuhren weiter nach Süden und fanden während den ersten Tagen nur wenig Gefallen an Mexiko. Die Gegend empfanden wir als ziemlich trostlos und heruntergekommen. Durch die Bilder, die wir zuvor von der Halbinsel gesehen haben, hatten wir andere Erwartungen gehabt.

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Nach San Quintin änderte sich das jedoch. Mit rund 350 Kilometern lag die bisher längste Strecke ohne Benzinversorgung vor uns. Wir fuhren durch einen Nationalpark und dieser entsprach genau dem, was wir uns vorstellten. Die Strasse führte über Berge und weite Teile der Landschaft waren übersäht mit riesigen Kakteen und schönen Felsformationen. In einem Tag fuhren wir den ganzen Weg bis nach Guerrero Negro, wo wir uns mit Simone und Michi, zwei Reisenden aus der Schweiz verabredet hatten (www.off-we-go.ch). Beim gemeinsamen Nachtessen tauschten wir unsere Reisegeschichten aus.

Am nächsten Tag ging es weiter nach San Ignacio, einer Oase mitten in der Wüste. Wieder fuhren wir vorbei an mächtigen Kakteen, bis wir in einem von Palmen umgebenen, verschlafenen Ort landeten. Der Zeltplatz, den wir uns aussuchten lag direkt am Fluss und auch Simone und Michi hatten sich per Zufall den selben Platz ausgesucht. Wir verbrachten nochmals einen lustigen Abend zusammen.

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Weit oben auf unserer Liste für Mexiko stand unter anderem eine Whalewatching-Tour. In der Lagune von San Ignacio bestaunten wir aus nächster Nähe Grauwale. Diese migrieren jedes Jahr von Alaska nach Mexiko, um in den warmen Gewässern ihre Kälber zu gebären und dann im Frühling mit den jungen Walen wieder noch Norden zu schwimmen. Wir konnten etwa 15 Wale sichten, einige von ihnen nur wenige Meter von unserem Boot entfernt. Es war ein einmaliges Erlebnis, diesen Riesen so nahe zu kommen!

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Auf der Weiterfahrt nach Loreto sahen wir am Strassenrand einen roten VW-Bus mit Schweizer Kennzeichen. Wir lernten Miryam und Guido kennen, die mit dem „Büssli“ ebenfalls für längere Zeit in den „America’s“ unterwegs sind. Zusammen fuhren wir nach Loreto und campierten auf einem Zeltplatz mitten in der Stadt.

Auf dem Weg ins kleine Bergdorf San Javier kreuzten uns zwei Motorradfahrer. Michelle und Brian aus Amerika und England. Auch sie sind nach Süden unterwegs und Brian schwört, wie auch wir, auf eine Yamaha Ténéré. Nach einem kurzen Schwatz bestaunten wir die über 300-jährige Missionskirche in San Javier. Als wir nach dem Mittagessen zur Weiterfahrt aufbrechen wollten, fuhr ein Land Rover mit Berner Kennzeichen auf den Parkplatz. So lernten wir Steffi und Mario kennen, zwei überaus lustige und gemütliche Berner (www.sindfort.com). Es gab viel zu erzählen und irgendwann lohnte es sich dann nicht mehr, aus dem Dorf wegzufahren und zudem begann es auch schon bald zu dunkeln. Wir campierten gemeinsam im Garten des Restaurants und tauschten bis spät in die Nacht unsere Reisegeschichten aus.

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Die nächsten zwei Tage waren wir zu viert unterwegs, da wir die selbe Strecke fahren wollten. Diese führte über eine ruppige Kiespiste und durch weitgehend unbewohntes Gebiet. Mit Steffi und Mario verstanden wir uns so gut, dass wir für die 60 Kilometer lange „Strasse“ zwei Tage benötigten. Denn während dem Frühstück plauderten wir pausenlos, und bis wir zur Abfahrt bereit waren, war es bereits Mitte Nachmittag geworden. Aber nicht nur der Unterhaltung wegen waren wir froh, mit den beiden unterwegs zu sein. Sie waren uns bei den zahlreichen Wasserdurchfahrten stets zur Seite, pflugten den Weg mit ihrem „Landy“ vor, suchten die geeignetsten Stellen zum Durchfahren, sprachen uns moralische Unterstützung zu und halfen auch, den umgekippten Töff aufzuheben.

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Danach trennten sich unsere Wege (für eine Weile) und wir fuhren nach La Paz, die im Süden der Halbinsel gelegene Hauptstadt der Baja California. Die Stadt gefiel uns gut und wir blieben sechs Tage. Wir liessen einen Service und Ölwechsel machen, brachten unsere Ausrüstung auf Vordermann, genossen die warmen Tage und trafen uns noch einmal mit Simone und Michi zum gemütlichen Abendessen und Margarita trinken.

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In La Paz erledigten wir auch die Einfuhr der Motorräder, denn sobald man aufs Mexikanische Festland übersetzen will, muss eine Kaution für das Fahrzeug hinterlegt werden. Das Prozedere wurde sehr professionell durchgeführt und so hatten wir rasch die Einfuhrbestätigung in der Hand.

Für uns ging es noch weiter in den Süden der Baja California. Wir machten Halt in Los Barilles und La Ventana, wo wir Miryam und Guido besuchten. Die beiden campierten in einem schönen Arroyo (trockenes Flussbett) direkt am Meer, wo sie während einiger Wochen kiten konnten. Zurück in La Paz genossen wir nochmals die Stadt und trafen uns wieder mit Steffi und Mario. Die gemeinsame Stadtbesichtigung endete dann morgens um vier Uhr…

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Nach rund einem Monat auf der Baja California ging es mit der Fähre weiter aufs Festland. Während diesen vier Wochen konnten wir uns langsam an die mexikanische Kultur gewöhnen und uns davon überzeugen lassen, dass es sich mit der nötigen Vorsicht in Mexiko sehr gut reisen lässt.

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Mexiko – Teil 1: unsere Eindrücke in Kurzform

  • 2’220 gefahrene Kilometer in 36 Tagen
  • Riesengrosse Kakteen
  • Grauwale, fast zu greifen nah
  • Es wimmelt wieder von anderen Reisenden

 

Mexiko – Teil 1: Baja California
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Ein Gedanke zu „Mexiko – Teil 1: Baja California

  • Hoi zäme, immer wieder sind wir sehr erfreut über eure spannenden Berichte. Wir finden es lässig, dass ihr immer wieder Schweizer antrefft.
    Erst haben wir doch Abschied gefeiert und nun stellen wir fest, dass schon 1 ganzes Jahr vorbei ist! Wir freuen uns auf den nächsten Beitrag und wünschen euch viel Glück für die weitere Reise!
    Liebe Grüsse Ruth u. Köbi

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